Vor 20 Jahren: NOlympia

Die Jahre 1992/93 waren nicht nur von krassem Naziterror und zahlreichen Morden an Migrant/innen geprägt. In Berlin tobte in dieser Zeit auch die Frage: Wird Olympia 2000 in Berlin ausgerichtet werden? Die Bewerbung der Stadt war ein klassisches Beispiel für die Festivalisierung der Stadtpolitik. Über die Begeisterung und den Termindruck eines solchen beliebten Massenevents versuchte man einerseits große städtische Infrastrukturprojekte durchzudrücken, ohne sie einzeln legitimieren zu müssen. Andererseits war das Ziel, international für Berlin als Tourismusziel und Wirtschaftsstandort zu werben.

Gegen die Bewerbung der Stadt richtete sich ein diffuses Bündnis, das von Oppositionsparteien über Kleingartenvereinen bis hin zur Autonomen Szene reichte. Für letztere zog das Anti-Olympia-Komitee im Jahr darauf Bilanz und erklärte in einem recht umfangreichen, aber doch gut lesbaren Text „was gut, was schlecht und warum gewesen ist“. Immerhin konnte man sich rühmen, Olympia 2000 in Berlin (mit) verhindert zu haben.

Als historische Dokumentation gibt es hier diese Bilanz aus den Interim-Nummern 273/274 als PDF-Dokument herunterzuladen (1,2 MB):
AOK informiert 2/94: Die Kampagnenhelgas/hägars

Gut geeignet zum gegenchecken: Eine Chronologie der Ereignisse der NOlympia-Kampagne