Das Konzept Imagebeschmutzung: NOlympics Amsterdam

Die Berliner NOlympia-Kampagne setzte damals recht spät an, nämlich nach der Nominierungs Berlins durch den Deutschen Olympischen Sportbund für die Bewerbung beim IOC. Dadurch war klar: Zur Ablehnung Berlins musste dem IOC, also internationalen Sportfunktionären, klar gemacht werden, dass Olympische Spiele in Berlin einen blamablen Ausgang haben würden. Oder anders: Dass sich Berlin ganz und garnicht für die Ausrichtung der Spiele eigne. Am leichtesten war dies dadurch zu erreichen, das Ansehen Berlins den Funktionären gegenüber in den Dreck zu ziehen – Berlins internationales Image zu beschmutzen.

Für diese Strategie gab es ein Vorbild: Die Bewerbung Amsterdams für die olympischen Spiele 1992 war acht Jahre zuvor in einem Desaster geendet, und zwar gerade auch wegen einer besonders dreisten autonomen NOlympics Kampagne, die die Imagebeschmutzung als wichtigesten Ansatz wählte.

Im Text „Das Konzept Imagebeschmutzung – NOlympics, die Bonzen und der Pöbel“ wird die Amsterdamer NOlympics Kampagne recht schonungslos, aber dafür mit allerlei Verve beschrieben. Der Text erschien 1990, also rechtzeitig vor Beginn der Berliner Kampagne, in einem niederländischen Sammelband, der 1991 auf deutsch übersetzt und veröffentlicht wurde: „Agentur Bilwet: Bewegungslehre – Botschaften aus einer autonomen Wirklichkeit“.